Pressemitteilung zum Klimagipfel
BUNDjugend Rheinland-Pfalz auf Klimagipfel vertreten
Kopenhagen darf nicht scheitern!
Vom 7.-18. Dezember treffen sich in Kopenhagen die Regierungen der ganzen Welt, um ein internationales Klimaabkommen auszuhandeln. Es soll auf das Kyoto-Abkommen folgen und 2013 in Kraft treten. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz sowie die Jugend im BUND Rheinland-Pfalz (BUNDjugend) treten für ein starkes und verbindliches Klimaschutzabkommen in Kopenhagen ein.
Der BUND Rheinland-Pfalz fordert die Landesregierung auf, gegenüber der Bundesregierung für ein wirksames Klimaschutzabkommen einzutreten. „Unverbindliche Absichtserklärungen für mehr Klimaschutz reichen nicht aus“, mahnt der BUND-Landesvorsitzende von Rheinland-Pfalz, Dr. Bernhard Braun. „Notwendig sind ambitionierte Vereinbarungen zur Senkung der Treibhausgase, welche völkerrechtlich bindend sind und an die sich die Unterzeichnerstaaten zu halten haben.“ Dies sei nötig, um einen effektiven Kyoto-Nachfolgevertrag für die Zeit nach 2012 zu bekommen, mit welchem die globale Erwärmung auf weniger als zwei Grad begrenzt werden kann. „Deutschland muss dazu eine Senkung der Treibhausgase bis 2020 von 45% Prozent gegenüber 1990 anbieten. Das ist machbar und zeigt auch anderen Staaten, dass sie mehr als bisher tun können.“ Nach den Ankündigungen von Norwegen und Schweden, ihre CO2-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent zu reduzieren, fordert der BUND von anderen Industriestaaten ebenfalls ambitionierte Reduktionsziele. Nötig wären laut IPCC-Bericht mindestens 25 bis 40 Prozent CO2-Reduktion in den Industriestaaten.
Die Landesregierung muss nun deutlich machen, dass sie keine weiteren Kohlekraftwerkspläne mehr unterstützt und den Ausbau der Erneuerbaren Energie und die Energieeinsparung konsequent angeht. „Vor wenigen Wochen befand sich hier die Landesregierung mit der Kohlekraftwerksunterstützung noch im finstersten Energie-Mittelalter. Der Aufbruch in Neuzeit und Moderne ist dringend angesagt.“
Der Forderungskatalog des BUND für Rheinland-Pfalz sieht außerdem vor:
- Der Energieverbrauch muss in den Sektoren Strom, Wärme und Verkehr deutlich reduziert werden. Dazu müssen die Programme der Bundesregierung so ergänzt werden, dass jährlich ca. fünf Prozent der Altbauten auf ‚Niedrigenergiestandard’ (EnEV -30 %) oder besser modernisiert werden. Das Land müsse bei seinen eigenen Liegenschaften mit gutem Beispiel vorangehen. Außerdem sei ein „Strom-Spar-Sofort-Förderprogramm“ aufzulegen, um Investitionen in das Stromsparen bei Privathaushalten und Unternehmen zu forcieren und um den raschen Rückbau von Elektroheizungen zu fördern.
- Die Landesbauordnung muss so geändert werden, dass erneuerbare Energien im Neubau und im Bestand verpflichtend eingeführt werden. „Es ist doch überhaut nicht nachvollziehbar, warum heutzutage ein neues Haus noch Energie von außen braucht, statt Strom ins Netz einzuspeisen“ fordert Braun eine schnellere Umsetzung des Standes der Technik auch im Baubereich. Auch die Kraft-Wärme-Kopplung im Heizkeller muss dringend ausgebaut werden. Die Ausrichtung der Hausdächer und großen Fensterflächen nach Süden muss als selbstverständlich gelten.
- Beim Ausbau intelligenter Stromnetze sind Investitionsentscheidungen zu beschleunigen. Durch intelligente Stromnetze lassen sich Angebot und Nachfrage besser ausgleichen. Davon haben Erzeuger und Verbraucher Vorteile. Auch die Ansiedlung von energietechnischen Forschungsbereichen in Rheinland-Pfalz muss weiter beschleunigt werden. „Wir brauchen Forschungscluster für die Energiespeicherung, für intelligente Steuerung der Netze und für die Effizienz der Erzeugung und des Verbrauches“
- In den Regionalen Raumordnungsplänen müssen wesentlich konsequenter Windenergie-Vorranggebiete ausgewiesen werden, damit der Ausbau naturverträglich gesteuert und lokale Konflikte entschärft werden.
- All diese Maßnahmen schaffen zukunftsfähige Arbeitsplätze in unserem Land, vor allem bei mittelständischen Handwerksbetrieben. Neben dem Klimaschutz dienen die Maßnahmen so auch dem Wohlstand im Lande. Durch die Stabilisierung des Klimas wird in Rheinland-Pfalz Vorsorge betrieben gegen Hochwasserschäden sowie Trockenschäden in Landwirtschaft, Weinbau und Forstwirtschaft.
- Durch vielfältige Aktionen kämpft der BUND Rheinland-Pfalz gemeinsam mit der BUNDjugend für den Erfolg der Klimakonferenz in Kopenhagen:
- Im Rahmen einer BUNDjugend-Straßenaktion am 20. Oktober 2009 in Mainz und Informationsveranstaltungen an mehreren Schulen im Land informierte der BUND über das bevorstehende Ereignis und mobilisiert weitere Aktive.
Weitere Aktionen in Rheinland-Pfalz sind in Vorbereitung. - Außerdem entsendet der BUND Rheinland-Pfalz mit Lukas Prinz einen Vertreter der BUNDJugend als akkreditierten Beobachter zur Klimakonferenz nach Kopenhagen. „Als Jugend setzen wir uns für den Klimaschutz ein und werden den Politikern sehr genau auf die Finger schauen. Denn es ist unsere Zukunft, die auf der Kippe steht!“ erklärt Lukas Prinz. „Deshalb setze ich mich am Konferenzort dafür ein, dass die Verantwortung gegenüber den zukünftigen Generationen wahrgenommen und endlich gehandelt wird“.
- Mit einer Petition fordern der BUND und Friends of the Earth ein Abkommen, welches die neuesten naturwissenschaftlichen Erkenntnisse in Betracht zieht. Die Unterschriften veröffentlicht der BUND in Zeitungsanzeigen und überreicht sie in Kopenhagen an die deutsche Delegation.
Der BUND Rheinland-Pfalz wird im Jahre 2010 im Rahmen des Schwerpunktes „Klimaschutz“ die 100 %ige Versorgung aus regenerativen Energiequellen in den Vordergrund stellen.
Für Rückfragen:
Dr. Bernhard Braun, 0621 5294080 bzw. 0177-4638793
Dr. E. Manz 06131 62706-0 bzw. 0151 12273866
Lukas Prinz, 06131 62706-0 bzw. ab dem 11.12.09 in Kopenhagen: 0151-12938320











