BUNDjugend Rheinland-Pfalz - ... und jetzt noch die Erde retten!

Mittwoch, 16.06.09 – Sit-in-Day

Der Mittwoch war geprägt von „Sit-ins“, also dem bewussten Protest durch Hinsetzen. Das erste an dem ich beteiligt war, war weder geplant noch gewünscht. Auslöser war, dass die Delegation von Friends of the Earth International (FoEI) trotz Zugangskarten keinen Zugang zum Bella Center bekam. Dies wurde FoEI im Vorfeld nicht mitgeteilt, sondern war schlicht Fakt als die Delegation am Bella Center ankam. Als auf unsere Anfrage keine plausible Reaktion des UN-Sekretariats kam setzten wir uns vor das COP15-Logo in der Lobby des Bella Centers, vor dem eigentlichen Eingangscheckpoint. Dort blieben wir sitzen, beobachtet von dutzenden Kameras und Pressevertretern. Urplötzlich erschien der Vorsitzende des UN-Klimasekretariats, Yvo de Boer um sich an uns zu wenden. Er versuchte uns daraufhin, seinen Standpunkt zu erklären, was ihm jedoch nicht so sehr gelang, da seine Argumentation nicht erklären konnte, warum FoEI ausgeschlossen wurde, andere Organisationen wie Greenpeace oder WWF jedoch nicht.

Dieser hochkarätige Besuch zeigt sehr schön, wie unglaublich leicht man hier die international wichtigen Personen zu Gesicht bekommt und gar ansprechen kann. So kann man sein Anliegen mit etwas Glück gar an höchster (Minister-)Stelle vorbringen. Im gesamten sind hier also viele Personen, die man sonst nur aus den Medien kennt und man erkennt schnell, dass es dennoch alles nur Menschen sind.

Yvo de Boers Einladung zu Verhandlungen zur Lösung unseres Problems war ebenfalls sehr nett und höflich, dennoch versteht niemand von FoEI bislang, warum die Organisation ausgeschlossen wurde. Wir haben nie gegen Regeln verstoßen und sind eine absolut friedfertige Gemeinschaft.

Für mich war das Zugangsverbot besonders frustrierend, da ich am Dienstagabend über Stunden ein Sit-In der Jugend mitten im Bella Center mitgeplant hatte, an dem ich nun nicht teilnehmen konnte. Dieses begann um 17.00Uhr und hatte die Aussage „Wir bleiben hier bis ihr ein ambitioniertes, faires und rechtlich verbindliches Abkommen aushandelt!“ Wir wollten damit dem Erwartungsdruck unsererseits und dem der Weltbevölkerung Ausdruck verleihen, um so die Staatsoberhäupter zum handeln zu bringen, um eine lebenswerte Zukunft zu sichern. Der Sit-In fand jedoch auch ohne meine Beteiligung bis ca. 2 Uhr in der Nacht statt und wurde weltweit bekannt, politische Größen wie US-Senator Kerry dankten den Jugendlichen für ihr Engagement. Hoffen wir, dass der Appell gehört wurde und in den letzten Stunden der Konferenz gehandelt wird!

Mittwoch, 16.06.09 – Sit-in-Day