Dienstag, 15.12.09 – die Ausschreitungen am Montagabend
Angesichts der Medienaufmerksamkeit auf die gewalttätigen Ausschreitungen am Montagabend möchte ich dieses Mal darauf etwas näher eingehen. Leider lassen mir die Verhandlungen auch den Raum dazu, da sich dort bisher nichts Nennenswertes getan hat.
Ein kurzer Überblick zu den Auschreitungen: Nach einem Fest im alternativen „Freistaat“ Christiania kam es zu Straßenschlachten zwischen Randalierern und der Polizei, es gab ca. 200 Festnahmen. Die Randalierer errichteten Barrikaden und griffen die Polizei mit Brandsätzen an.
Ich habe erst am Dienstagmorgen über die deutschen Medien von den Ausschreitungen erfahren. Es gab für mich keinerlei Beeinträchtigungen auf meinem Heimweg vom Konferenzzentrum zum Hostel, jedoch berichteten andere Jugendliche von vermehrten Polizeikontrollen und stärkerer Präsenz der Ordnungskräfte in der Stadt.
Ein Grund dafür, dass ich erst so spät von den Krawallen erfahren habe, war sicherlich die Sichtweise der Konferenzteilnehmer auf diese. Von keiner Seite aus werden diese gewaltsamen Angriffe auf die Polizei als politischer Protest gesehen, sondern lediglich als unpolitischer Krawall. Dieser wird durchweg negativ beurteilt, weil dadurch die Medienaufmerksamkeit stark von den politischen Inhalten der Konferenz abgelenkt wird. Dies ist daher kontraproduktiv für die enorm wichtigen Verhandlungen.
Von allen Beteiligten sind friedliche, kreative Protestformen weit gerner gesehen und auch innerhalb des Bella Centers machbar. So zum Beispiel ein „Flashmob“ von Friends of the Earth in blauen Ponchos, mit dem auf die aktuellen Verhandlungspositionen reagiert wird. Dabei wird im Vorfeld abgesprochen, wann und wo man sich trifft, welche Slogan und Position man einnimmt. Dann trifft man sich unerkannt am verabredeten Ort und auf ein Zeichen ziehen alle die blauen Ponchos an, packen Schilder aus und rufen Slogans. Mit dieser Aktionsform überrascht man häufig und erreicht sowohl Medienvertreter als auch Delegierte mit seiner Botschaft. Diese sind somit weit effektiver als sich Straßenschlachten mit der Polizei zu liefern. Leider werden diese Krawalle weit häufiger in den Medien verarbeitet als die kreativen und inhaltlichen Proteste.











